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Die Hausnummern

Als Füssen noch auf die Altstadt beschränkt war und jeder jeden kannte, reichten Hausname und Hausmarke zur Orientierung völlig aus. Aber auch Straßennamen sind in Füssen schon im 14. Jahrhundert nachweisbar.

Doch für die Erfassung der Steuern wurde es wichtig, ein Gebäude genauer zu beschreiben.
Wollte man ein bestimmtes Gebäude bezeichnen, so beschrieb man es mit dem Namen des Besitzers oder mit dem des Vorbesitzers. Ab dem 16. Jahrhundert erweiterte sich diese Beschreibung oftmals um die Namen der Nachbarn, z.B. „zwischen Hans Lößle, Hutmacher und Jakob Hartungs schlechter Behausung“. Auch die Lage konnte zur Kennzeichnung herangezogen werden, beispielsweise „beim Hintern Tor zwischen der Stadtmauer und dem Salzstadel“. (Beide Beispiele galten dem heutigen Gebäude Hintere Gasse 1.)

Nach dem Vorbild Frankreichs erfolgte 1784 eine fortlaufende Häusernummerierung. Angefangen mit dem Rathaus, das die Nummer 1 erhielt und dem Kloster St. Mang mit der Nummer 2 wurde die Nummernfolge in der Rittergasse fortgesetzt, dann in der Hinteren Gasse, in der westlichen Seite der Reichenstraße, in der Schrannengasse usw. In dieser Art erhielten 259 Gebäude ihre Hausnummer.

Mit der Entstehung weiterer Wohngebäude zeigten sich die Nachteile dieses Systems. Der Uneingeweihte konnte anhand der Hausnummer nicht mehr nachvollziehen, wo das Gebäude stand.

Eine der alten Hausnummern befindet sich heute noch an dem Haus Bahnhofstraße 6, und zwar an der Mauer zur Augustenstraße. Es ist die Nummer 446. Dieses Haus wurde 1908 von Rudolf Leinweber gebaut und 1909 an den Bankier Anton Alletag verkauft. Das Haus mit der Nummer 445 stand in der Theresienstraße, das Haus Nummer 448 dagegen schon wieder in der Ludwigstraße, der heutigen Von-Freyberg-Straße.

Mit einer ortspolizeilichen Vorschrift, die am 8. April 1909 im Füssener Blatt erschien, führte der Stadtrat eine sinnvollere Hausnummerierung ein. Sie galt jeweils nur für eine Straße. Das Hausnummernschild musste die Größe von mindestens 17x12 cm haben und aus Eisenblech mit Emailüberzug bestehen. Auf blauem Grund mit weißer Farbe standen Straßenname und Hausnummer, wie wir es heute noch kennen.

Ruth Michelbach 2009

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