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Klosterhofuhr

 

Wiederinbetriebnahme der Klosterhofuhr in Füssen
dank der großzügigen Spende eines Füssener Uhrmacherbetriebs

Der Zusammenfall zweier Jubiläen beschert der Stadt Füssen jetzt die Wiederinbetriebnahme der barocken Uhr im Klosterhof. Ermöglicht wird dies durch eine großzügige Spende der traditionsverbundenen Füssener Uhrmacherfamilie Prinz (Firma Wollnitza), die im 300. Jubiläumsjahr des Barockklosters St. Mang auch ihr eigenes 125. Firmenjubiläum begeht. Die von Uhrmachermeister Ralph Prinz geführte Firma wurde 1892 in Schlesien gegründet.

Das von Thomas Barensteiner zwischen 1718 und 1723 geschaffene zentrale Uhrwerk des Klosters St. Mang wurde im Zuge der Säkularisation von 1803 ausgebaut. Seitdem zeigten die zahlreichen Zifferblätter im Klosterhof, in der Klausur und im Festsaal des Klosters keine Zeit mehr an. Der Leiter des Turmuhrenmuseums in Mindelheim, Wolfgang Vogt, hat letztes Jahr den Füssener Bürgermeister Paul Iacob auf die Möglichkeit hingewiesen, die drei Uhrzeiger am und im Torhaus des Klosters wieder in Betrieb zu nehmen. Ralph Prinz, der bereits die Turmuhr im Hohen Schloss betreut, ließ sich sofort von der Idee begeistern und sagte eine entsprechende Spende zu. Anfang 2017 ergänzte einer der letzten deutschen Turmuhrenmacher, Markus Burmeister aus Sigmarszell, die barocke Mechanik der drei Uhrzeiger am Klosterhoftorhaus mit historischen und neu hergestellten Ersatzteilen und schloss sie an ein elektrisches Motorzeigerwerk und eine taktgebende Funkuhr an. Dabei wurde die Auflage der Denkmalschutzbehörde eingehalten, dass die „historischen Bauteile vollständig erhalten“ bleiben. Bei der Untersuchung der vorhandenen Mechanik ergab sich, dass die verlorengegangene Konventuhr die Uhrzeiger im Klosterhoftorhaus mit einer Zeigerleitung ansteuerte, die sich alle zwei Stunden einmal um ihre Achse drehte. Diese Zeigerleitung wurde jetzt motorangetrieben wieder hergestellt. Von der Zeigerleitung werden die Stundenzeiger im Klosterhof und an der Decke im Torhaus durch eine Hohltrieb-Kronrad-Übersetzung von 6 auf 36 Zähne verlangsamt angetrieben, während der Viertelstundenzeiger oben am Torhaus mit einer Übersetzung von 20 auf 10 Zähne beschleunigt wird.

Ein originelles Detail an der Wiederinbetriebnahme ist, dass der Turmuhrenmacher auf seiner Suche nach einem fehlenden Kronrad für die Deckenuhr ein passendes, mehrere Jahrhunderte altes, handgeschmiedetes Exemplar mit 36 Zähnen im Internet ersteigern konnte. Die Klosterhofuhr stammt aus einer Zeit, als man die geschlagenen Viertelstunden gerne auf einem  zusätzlichen, kleineren Zifferblatt anzeigen wollte. Erst im Laufe des 18. Jahrhunderts begriff man, dass der kleine Viertelstundenzeiger als großer Minutenzeiger viel bessere Dienste leisten würde. Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Franz Matsche, der das Kloster St. Mang zurzeit intensiv studiert, macht darauf aufmerksam, dass die zentrale klösterliche Zeitmessung ein „internes Mittel des Strebens nach Ordnung und Disziplin“ war. „An ihr erkennt man, dass der Reformwille wirklich echt gewesen ist und nicht nur Show.“


Nun kann man im Klosterhof bequem nach der Uhr schauen, nur das Ablesen ist etwas verwirrend - oben die Viertelstunden, unten die Stunden. Die dazugehörige Glocke ist leider nicht mehr vorhanden.


Lechhalde 3, 87629 Füssen
Eingang durch den Klosterhof
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Öffnungszeiten

Bis 31. März 2017
Freitag bis Sonntag
13 bis 16 Uhr

1. April bis 5. November 2017
Dienstag bis Sonntag
11 bis 17 Uhr

6. November 2017 bis 31. März 2018
Freitag bis Sonntag
13 bis 16 Uhr

Weihnachtsferien:
27. bis 30. Dezember 2017
und
2. bis 7. Januar 2018
jeweils 13 bis 16 Uhr

An folgenden Tagen ist geschlossen:
18. bis 26. und 31. Dezember 2017
sowie 1. Januar 2018

Jubiläumsjahr 2017

300 Jahre Barockkloster St. Mang
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Führungen

Nach Vereinbarung (nur zu den regulären Öffnungszeiten und ab 10 Personen)
Buchung: Tel. +49 (0)8362 903146
Gebühr: 30 € zuzügl. Eintritt 4 € pro Person (max. 20 Personen)

Eintrittspreise

Erwachsene 6 €, ermäßigt 4 €
Kombikarte Museen 7 €
Familienkarte 8 €

Schulklassen haben freien Eintritt

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