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Robert Schmid

Vor 100 Jahren ... Bürgerrecht für Robert Schmid


Robert Schmid gehört in die lange Reihe der Füssener Apotheker. Er wurde 1870 in Zusmarshausen als Sohn eines Oberlandesgerichtsrats geboren. Nach seiner Gymnasialzeit in Augsburg folgten eine Apothekerausbildung in Mindelheim und die Approbation in München. Dann kam er für ein Jahr zu seinem Studienfreund Apotheker Singer nach Füssen, bevor er in Meersburg selbst eine Apotheke eröffnete. 1902 heiratete er Helene Fries aus München. Als Singer starb, bot ihm die Witwe die Apotheke in Füssen an. Robert Schmid verkaufte seine Apotheke in Meersburg und zog 1904 nach Füssen, um die Stadtapotheke in der Reichenstraße zu übernehmen.

Am 19. Januar 1909 erhielt er das Bürgerrecht von der Stadt Füssen. Das Bürgerrecht wurde auf Antrag verliehen und war sozusagen der Vorläufer unseres Staatsbürgerrechts. Es begründete das Wahlrecht. Aber im Unterschied zu heute war als Voraussetzung für das Stadt-Bürgerrecht Vermögen und Berufsausübung in dieser bestimmten Stadt notwendig.

In der Folgezeit bis 1918 war Robert Schmid ehrenamtlich im Gemeindekollegium, wie man damals den Stadtrat nannte, und als dessen Vorsitzender tätig. Er setzte sich für die Fabrikfeuerwehr ein, zu deren Ehrenmitglied er ernannt wurde. Auch sonst gehörte er verschiedenen Vereinen an. 1937 verpachtete er seine Apotheke an seinen Sohn Fritz und zog nach München zu seiner zweiten Frau Josefine Dürnhofer. Ab 1943 nahm er wieder seinen Wohnsitz in Füssen und blieb hier bis zu seinem Tod im Jahr 1957.

Robert Schmid ließ 1925 die Keller- und Lagerräume seiner Apotheke umbauen. In der Folgezeit gestaltete er die Innenräume weiter um, bevor er 1954 die gesamte Stadtapotheke neuzeitlich umbauen ließ. Dabei änderte er nur im Erdgeschoss Türen- und Fensterformen. In den oberen Stockwerken beließ er die ursprüngliche alte Fassade.

Robert Schmid war ein leidenschaftlicher Schwimmer. Schon in seiner Gymnasialzeit in Augsburg liebte er den Schwimmsport. In Füssen nutzte er jede Gelegenheit, in den Faulenbacher Seen zu baden. Als im Jahr 1957 sein Testament eröffnet wurde, fand sich darin zu aller Erstaunen das Vermächtnis für ein Hallenbad in Füssen, für das er mit seinem Vermögen den Grundstock legte. Aus dem Jahr 1959 datiert die Urkunde für die Robert-Schmid-Stiftung, aus deren Mitteln im Jahr 1973 das Hallenbad in Füssen gebaut wurde.

Ruth Michelbach 2009

 

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